Superhelden haben es auch nicht pipileicht.

Um eines schon einmal vorweg zu sagen: Wir stecken gerade ganz tief in der Superheldenphase. Und in der spielen comicverwöhnte Unterhemden und -hosen eine tragende Rolle. Je nach Stimmungslage fliegt mein Vierjähriger wie Batman, flitzt wie Flash oder hüpft wie Spiderman.

 

Und dann kommt dieser eine Moment, wo auch Superhelden schwach werden und die Mama Superkräfte entwickelt. Alles beginnt mit einem leicht nervösen Trippeln auf der Stelle, begleitet von quengelndem Gejammer und immer größer werdenden Augen, die sofortiges Handeln ankündigen, wenn jetzt gleich die magischen fünf Worte aus seinem Mund hüpfen: „Ich muss auf die Toilette!“ Schon an der Stimmlage und den eindeutigen Begleiterscheinungen wird mehr als deutlich: Nicht gleich oder später, nicht bald oder zwischendurch, nein: SOFORT!! Für die Mama heißt das jetzt alles, ja wirklich alles und sei es auch gerade heiß und fettig, zerbrechlich oder superwichtig fallen zu lassen und direkt ohne Umwege in Endspurtgeschwindigkeit an ihrem 1,11 Meter großen Pipi-Superhelden vorbei zu hechten, dabei möglichst gleichzeitig die sich im Weg befindlichen Zimmertüren zu öffnen und mit einem galanten Hechtsprung Richtung Toilettendeckel zu springen. Die linke Hand zerrt dabei schon ruckartig an Jogginghose und Superheldenunterhose während der rechte Arm sich um die spargelförmige Minitaille legt und den kleinen Batman gekonnt auf der Toilette absetzt, bevor das „Wir-haben-es-wieder-mal-rechtzeitig-geschafft“-Pieseln die Situation schlagartig entspannt.

 

Belohnt von einem stolzen „Du-bist-die-Beste"-Grinsen meines Sohnes und gekrönt von meinem erleichterten Ausatmen sind wir uns wieder mal einig: Superhelden schaffen alles, auch wenn nicht alles pipileicht ist. Übrigens: Über die „Kacki“-Sache legen wir jetzt einfach mal den fleckenunempfindlichen Batmanmantel…