Meine Mami, die Überlebenskünstlerin.

Nicole Decker-Paxton freie Rednerin Baby Willkommenszeremonie

Ein Blog auf Deiner Babyseite? Was sollen die Babys Dir denn sagen, die sind doch noch sprachlos. Ja, meine Tochter hat gerne das letzte Wort und oft auch noch recht dabei. Über Brautpaare kann man schon einiges erzählen, Babys dagegen sehen einem mit großen interessierten Augen an, schenken einem mit etwas Glück sogar noch ein Lächeln, aber ansonsten sind sie eher weniger redselig.

Aber ich bin doch Mama, dachte ich, und damit eine von vielen Tausend Überlebenskünstlerinnen, die jeden Tag zwischen Glück und Wahnsinn hin- und her springen.

Ich, die Mama, mit einer zwölfjährigen Frühpubertierenden und einem sich im Dauerbetrieb befindlichen Vierjährigen, einem beruflich gefühlt permanent abwesenden Ehemann, einem „Herz“- und einem „Verstand“-Job und einer „mir geht es heute gar nicht gut“-Oma.

Ein ganz normales Leben also. Und da passiert erfahrungsgemäß auch ganz schön viel. Vielleicht erkennen Sie das eine oder andere wieder. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Ihre Nicole Decker-Paxton


Warum Kinder im Helicopter nicht fliegen lernen.

freie Taufe Baby-Willkommensfeier freie Rednerin Nicole Decker-Paxton

Es ist Montag, 7.45 Uhr und die Citypanzer rollen. Mächtig und lautstark ignorieren sie die rotweiss gestreifte „Mama und Papa-Verbotszone“ und stoppen direkt auf den allerletzten Metern zur Grundschule. Die UV A-Z strahlengeschützten Fenster schnurren leise herunter, während Mama Heli-Copter und Hub-Schrauber mit geübtem Blick die Sicherheitslage checken. Jean-Jermaine und Lucy-Loraine bekommen schließlich ihr "Go" und gleiten von ihren doppelt Airbag gesicherten und ergonomisch überkorrekten Kindersitzen hinab.

 

Ihr Ziel? Die Tretmine, die sich Schulweg nennt. Jetzt noch schnell die reflektorverliebten und lordosefreundlichen Schulranzen überstreifen und das Abenteuer kann beginnen. Oder sollte ich besser sagen: Das erste morgendliche Drama nimmt seinen Lauf? Nun, die „Göre“ von Reihe drei beißt genüsslich in das letzte Stückchen ihres Apfels und wirft den Rest einfach frech hinter sich, während sie sich gleichzeitig ziemlich unverschämt vor Jean-Jermaine und Lucy-Loraine drängelt. Der Apfelstutzen landet direkt vor deren Füßen und löst eine Vollbremsung der sensorgesteuerten Airpolsterschuhe aus. Bei den Mamas Heli-Copter und Hub-Schrauber stockt der Atem, bevor sie das entsetzte Piepsen der Sicherheits-App auf ihrem Handy zurückholt und der Erste-Hilfe-Koffer in der Hand vibriert. „Alles im Griff,“ seufzt die eine, während ihr die andere ein dankbares Lächeln zuwirft.

 

„Zum Glück sind wir die nächsten drei Tage nicht da,“ murmelt Frau Hub-Schrauber erleichtert. „Morgen wird das Kinderparadies entkeimt und desinfiziert und ein neuer Pollenfilter eingebaut, übermorgen feiern wir dort Jean-Jermaines Geburtstag und überübermorgen haben wir bei Prof. Dr. Bazilinus einen Termin für eine Kopflausuntersuchung, einen Hand-Fuß-Mund-Krankheitscheck und das ganz große Blutbild. Man weiß ja nie, was die Rotzlöffel so alles auf die Party mitbringen.“ „Du hast ja sooo recht,“ antwortet ihr da Frau Heli-Copter. „Sicher ist sicher. Das verstehe ich vollkommen.“

 

Ich nicht, aber ich bin ja auch Mama Decker-Paxton. Lasst eure Kinder fliegen, weil sie dann wissen, wie sich Gegenwind anfühlt, lasst sie hinfallen, damit sie lernen, selbst aufzustehen und lasst sie gehen, weil sie nur so zu euch zurückkommen. Ja, ich weiß, das ist schwer. Ich war alleine dieses Jahr mit „Little Paxton“ schon dreimal in der Notaufnahme und das Jahr ist noch nicht zu Ende…

 

Aber ihr schafft das, ich bin mir ganz sicher!

 

Superhelden haben es auch nicht pipileicht.

Um eines schon einmal vorweg zu sagen: Wir stecken gerade ganz tief in der Superheldenphase. Und in der spielen comicverwöhnte Unterhemden und -hosen eine tragende Rolle. Je nach Stimmungslage fliegt mein Vierjähriger wie Batman, flitzt wie Flash oder hüpft wie Spiderman.

 

Und dann kommt dieser eine Moment, wo auch Superhelden schwach werden und die Mama Superkräfte entwickelt. Alles beginnt mit einem leicht nervösen Trippeln auf der Stelle, begleitet von quengelndem Gejammer und immer größer werdenden Augen, die sofortiges Handeln ankündigen, wenn jetzt gleich die magischen fünf Worte aus seinem Mund hüpfen: „Ich muss auf die Toilette!“ Schon an der Stimmlage und den eindeutigen Begleiterscheinungen wird mehr als deutlich: Nicht gleich oder später, nicht bald oder zwischendurch, nein: SOFORT!! Für die Mama heißt das jetzt alles, ja wirklich alles und sei es auch gerade heiß und fettig, zerbrechlich oder superwichtig fallen zu lassen und direkt ohne Umwege in Endspurtgeschwindigkeit an ihrem 1,11 Meter großen Pipi-Superhelden vorbei zu hechten, dabei möglichst gleichzeitig die sich im Weg befindlichen Zimmertüren zu öffnen und mit einem galanten Hechtsprung Richtung Toilettendeckel zu springen. Die linke Hand zerrt dabei schon ruckartig an Jogginghose und Superheldenunterhose während der rechte Arm sich um die spargelförmige Minitaille legt und den kleinen Batman gekonnt auf der Toilette absetzt, bevor das „Wir-haben-es-wieder-mal-rechtzeitig-geschafft“-Pieseln die Situation schlagartig entspannt.

 

Belohnt von einem stolzen „Du-bist-die-Beste"-Grinsen meines Sohnes und gekrönt von meinem erleichterten Ausatmen sind wir uns wieder mal einig: Superhelden schaffen alles, auch wenn nicht alles pipileicht ist. Übrigens: Über die „Kacki“-Sache legen wir jetzt einfach mal den fleckenunempfindlichen Batmanmantel…

 

Im Galopp zum Cheerleading.

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Was wird sie wohl für Hobbies haben? Sprang es da durch meinen Kopf als meine Tochter geboren wurde. Und so ratterte mein Tochterkopfkino bis es dieses Ponyschmusebild erreichte und es klack machte. „Himmel hilf,“ dachte ich, „bitte lass diesen „Wendy“-Kelch an mir vorüberziehen. Das Bitten und Anbetteln des Schicksals war natürlich völlig überflüssig, schließlich wusste ich ja aus Erfahrung, dass mir das Leben gerne die eine oder andere Hardcoreprüfung vor die Füße schmeisst.

 

Und so kam es wie es kommen musste, sie war noch nicht mal fünf, da marschierte sie schon alleine und ziemlich zielstrebig auf diesen Gaul (meine durchaus respektvolle Bezeichnung für ein Pferd) zu und streichelte ihn fachgerecht. Und während ich noch im Schockzustand verharrte, blieb der gefühlte Riesengaul lammfromm. Das war der Moment, wo ich wusste: Gegen diese Liebe kommst Du niemals an! Heute ist sie elf und wir haben zwei Dutzend Reithosen, Sommer- und Winterreitstiefel, zig Reithelme in Pink, mit und ohne Pferdeapplikation und in wenig dezentem Glitzer verschließen.

 

Nun ja, dachte ich da noch, na wenigstens geht dieses Cheerleading-Gehampel an uns vorrüber. Das ist ja sicher verstaut mindestens 8.387 km weit weg. Da war es leider schon eifrig paddelnd auf dem Weg von Übersee direkt zu uns ins Nachbardorf, wo es jetzt kräftig mit weißen US-Blinkezähnchen das „Cheer up your life“-Fähnchen schwenkte. Natürlich wurde es von meiner Tochter gesichtet und nun geht es sozusagen zweimal in der Woche im Galopp auch noch zum Cheerleading, um Motions, Flyer und Bodypostions zu „practisen“. „Ich bin ja Amerikanerin, das Cheer liegt mir sozusagen im Blut,“ erklärte sie mir dabei grinsend. „Dir vielleicht, aber mir ganz sicher nicht“, dachte ich da bei mir und deshalb werde ich nicht ein „I´m a cheer mom”-T-Shirt in pailettenverzierter Wendeschrift tragen und auch keine youtube-„and one, two, three, four, five, six, seven, eight…“-Videos drehen.  Ich werde ganz einfach nur warten – bis sie erwachsen ist!

 

Mama, was ist ein Opa?

freie Taufe mit Nicole Decker-Paxton, der freien Rednerin für individuelle Baby-Willkommensfeiern
Foto: Kai Mischner photography

Es gibt diese großen Augen unserer Kinder und diese Fragen, die aus ihrem Mund blubbern und auf die wir nie vorbereitet sind. Fragen, die uns mit fünf Worten in tausend Stücke zerreissen, auf die wir nach Antworten suchen und wir doch sofort wissen, dass wir sie nie finden werden und die uns schmerzlich klar machen, dass diese Lücke in unserem Leben durch nichts und niemand jemals geschlossen werden kann. Vor einigen Tagen stand mein fast Dreijähriger vor mir und wollte nicht schlafen, weil er Angst vor bösen Geistern hatte. Ich versicherte ihm, bei uns gäbe es nur gute Geister. „Das sind Dein Opa Manfred und Dein Opa Thomas. Die wohnen beim Mond und die beschützen Dich,“ meinte ich überzeugend. Und genau dann kamen sie, die großen Fragezeichen in seinem Gesicht und diese Worte: „Mama, was ist eigentlich ein Opa?“ Sie trafen mich wie ein Orkan ins Gesicht, klatschten mit voller Wucht meine ahnungslosen Blick ab und schleuderten dann mein Herz gnadenlos von links nach rechts. Bum! Ich öffnete den Mund und wollte antworten, aber es kam einfach nichts heraus, außer Sprachlosigkeit. Als sich die Worte schließlich wieder sammelten und bereit waren, auch einen Ton von sich zu geben, stotterte ich: „Das ist eine Oma als Mann, also eine Oma mit Pipi.“ Er runzelte seine kleine Stirn, dachte einen Moment angestrengt nach und beschloss schließlich, sich auf das Experiment „Opa“ einzulassen. Am nächsten Morgen fragten wir ihn, wie denn die Nacht so war mit den guten Geistern. „Opa Thomas hat mich besucht,“ erklärte er uns, „aber er war gemein.“ Mein Mann grinste und nickte: „Ha, das war hundertprozentig Opa Thomas!“ Inzwischen erzählt Luis überall stolz von seinen beiden „gute Geister-Opas“ und freut sich, dass er sogar gleich zwei Beschützer hat, die ihn immer und überall begleiten!

 

 

 

 

 

Tausche Zeitraffer gegen Zeitlupenglück.

Kaum war meine Tochter auf der Welt, kamen all diese selig lächelnden „Tanten“ und streichelten der Kleinen über ihre Backen mit einem „hach, genieße es, sie wird sooo schnell gross,“ während ich leise vor mich hin seufzte: „Wäre sie doch schon 18!“ weil ich mir zwischen all den kurzen Nächten und langen Tagen nicht einen Moment vorstellen konnte, dass die Zeit auch nur annähernd bis dahin vergehen wird. Heute ist sie neun, fast zehn Jahre alt und ja, die „Tanten“ hatten natürlich Recht, die Geburtstage fingen irgendwann an zu rasen, erst Krippe, dann Kindergarten, jetzt Grundschule und nächstes Jahr? Gymnasium und dann 18! Die magische Zahl steht irgendwie schon vor unserer Haustür und winkt mir ziemlich frech zu. Und was wird meine „Kleine“ dann tun? Mit ihren voraussichtlich mindestens 1,80 m in ihr Auto steigen, sich umdrehen, mich dann mit einer eindeutigen Handbewegung nach drinnen dirigieren und dabei mit verdrehten Augen rufen: „Mama, Du bist soooo peinlich!“ Und was werde ich tun? Mir diesen kleinen schwarzen Wuschelkopf zurückwünschen, wie er selig vor sich hin brummelte, anstatt über zartroséfarbene Glitzerhandys zu diskutieren. Ja, ich gebe es zu, ich würde gerne alles ganz genau und in Zeitlupe nochmals erleben, weil das Leben so schnell vorbeifliegt und wir es leider nicht festhalten können. Das einzige, was wir können, sind diese kleinen Momente ganz bewusst geniessen und sie für immer in unserem Herzen verankern, um sie dann in einem so herrlich sentimentalen Moment mit einem „weisst Du noch?“ gemeinsam herauszukramen und uns mit einem Lächeln ganz langsam und ganz lange daran zu erinnern. Liebe im Zeitlupenglück.

Anbauwohnung fürs Herz gesucht.

Was macht man, wenn alles aus den Nähten platzt und man dringend mehr Platz braucht? Man zieht in eine größere Wohnung oder baut einfach an sein Haus an. Doch wie geht das bei einem Herz? Wenn die Liebe so groß ist, dass die normale Herzgröße von zwei Fäusten eigentlich zwei Fußballfelder sein müsste? Kann man einfach einen Durchbruch schaffen, eine Verbindungstür einsetzen und ein Schild aufhängen „Hier geht´s zum Rest der Liebe, sorry, war nicht genug Platz in meinem Herz!“

 

Genau das bräuchte ich eigentlich, wollte ich die Liebe zu meinen Kindern komfortabel und kindgerecht unterbringen. Wenn man einen Menschen kennen und lieben lernt, dann wächst die Liebe langsam, wenn man ein Kind bekommt, schreit sie mit aller Urgewalt „hier bin ich!“, sie fragt nicht „darf ich bleiben?“, sie breitet sich ganz einfach frech in unserem Herzen aus und ist dabei auch noch so wahnsinnig schön, dass es manchmal schon weh tut.

 

Ich habe noch keine Lösung für mein Platzproblem gefunden. Ich befürchte, es wird sich in den nächsten Jahren noch viel, viel mehr an allerlei Liebeskram ansammeln und nein, ausmisten geht in diesem Fall leider nicht.

 

Die Hühner sind los.

Wer sich immer noch über das Gegacker der Kardashians aufregt, der hat noch keinen Geburtstag mit früh-früh-pubertierenden Mädchen erlebt, die kurz vor dem zweistelligen Geburtstag stehen. Erst steckt jede ihr Revier mit großem Selbstdarstellungsdrang ab, dann geht es darum, es auch lautstark zu verteidigen. Denn nur wer auch gehört wird, ist wichtig. Allen voran: Meine Tochter Ailiyah. Selbstsicher gibt sie wie so oft den Ton an und kristallisiert sich zur Leithenne heraus. Was natürlich zwangsläufig zum ersten Drama und dann zum Aufeinander-Herumgepicke führt. Mit anderen Worten: Die Leithenne und ihre Hühner zickten sich leidenschaftlich an, die ersten Tränen kullerten, das Drama nahm seinen Lauf. Die Mama, betont gelassen und zwischen den einzelnen Hühnern stets geduldig vermittelnd, versuchte der Situation die Schärfe und vor allem die Lautstärke zu nehmen. Die Lässigkeit ließ sich leider nicht allzu lange aufrechterhalten und schwand am Ende zugunsten eines konsequenzdrohenden Maßnahmenpakets und vor allem einer Hoffnung: Die in den kommenden Jahren anstehenden Kindergeburtstage meines Sohnes erinnern hoffentlich weniger an die Kardashians und dafür mehr an Star Trek. Und wenn es nur darum geht, dass die Mama sich jederzeit wegbeamen kann.

Alles bleibt wie es ist oder träum einfach weiter!

Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, hatte ich einen Plan: Nichts sollte sich prinzipiell ändern, alles sollte so bleiben wie es ist. Das ist machbar, sagte ich mir, man muss nur daran glauben und hart dafür arbeiten. Ja, damals konnte ich mir in meiner Fantasie die Urgewalt von Dreimonatskoliken, von plötzlichen Fieberattacken oder starkem Brechreiz nicht mal annähernd ausmalen. Danach schon. Und dennoch habe ich versucht, „alles beim alten zu lassen“, saß vier Tage nach der Geburt schon vorübergehend das erste Mal am alten Schreibtisch, habe mit Kunden telefoniert und wenige Wochen nach der Geburt das erste Magazin getextet. Ich habe mich zerrissen zwischen zwei Welten, weil ich unbedingt beweisen wollte: Man kann beides haben und in beidem gut sein! Als ich letztes Jahr wieder schwanger war, war auch vieles anders. Ich wusste irgendwie (und am Ende doch nicht) was kommt, ich nahm mir bewusst eine Auszeit. Was ich vermisst habe? Überhaupt nichts. Heute arbeite ich wieder, vielleicht sogar mehr als vorher, aber anders. Noch immer bringen mich scheinbar aus dem Nichts kommende Krankheitsschübe meiner Kinder ins Schwitzen, so wie vermutlich jede Mama, die spontan ihren streng durchorganisierten Alltag umorganisieren muss. Aber ich kann besser damit umgehen, hinterfrage nicht, wie das wohl bei anderen ankommt, welche Nachteile das vielleicht für mich hätte. Es ist wie es ist und ich nehme es wie es kommt. Irgendwie gab es bisher immer einen Weg und dieser endete meist mit einem Lächeln.

Mein Körper, der Andenkenladen.

Nach einer Schwangerschaft und Geburt fühlt man sich wie in einem Andenkenladen. Eigentlich wollte man ja gar nichts mitnehmen, aber irgendwie blieb doch das eine oder andere hängen – Schwangerschaftsstreifen, Hängebrüste, Plattfüße und und und. Als wollte die Natur dafür sorgen, dass wir auch immer, aber wirklich immer an dieses ganz besondere Erlebnis erinnert werden. Als ob wir eine Schwangerschaft oder Geburt je vergessen könnten! Nein, zum Dank haben wir noch unsere kleinen Andenken, die uns bei jedem Blick in den Spiegel oder sagen wir gnadenlosen Umkleidekabinen von allen Seiten entgegenspringen und rufen: Hallo, weißt Du noch? Ja, ich weiß noch wie meine Oberschenkel VOR den Wassereinlagerungen aussahen. Genau das ist z.B. mein Andenken. Das Wasser ging, die Haut blieb wie sie war, nur ohne Wasser. Und jetzt lächelt sie mich mit ihrer wilden Kraterlandschaft vor allem im Sommer immer wieder frech an, wenn ich mutig beschließe, trotzdem kurze Hosen zu tragen. Am liebsten würde ich mir ein Schild darum hängen mit den Worten „Mein Andenken an zwei Schwangerschaften“, vor allem, wenn manche Frauen mich schräg ansehen mit diesem mitleidsvollen Blick „Wie kann man denn bei so schlanken Beinen solche Dellen haben? Man kann. Das ist wohl der Preis, den die meistens von uns zahlen müssen und auch wollen, denn wir bekommen dafür etwas, das im Gegenzug unbezahlbar ist: Das Glück mit unseren Kindern.